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Rosenweg 76

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Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir, Antonia & Stefanie, sind die Koordinatorinnen des Präventionsangebots „Rosenweg 76“ in Braunschweig. Der „Rosenweg 76“ ist eine interaktive Dauerausstellung zum Thema häusliche Gewalt und Gewalt in der häuslichen Pflege. Die Ausstellung zeigt sich in Form einer nachgestellten Wohnung, mit einer fiktiven Adresse. Der Ausstellungsstandort ist der Bruchtorwall 6, 38100 Braunschweig. Die gezeigte Wohnung steht stellvertretend für einen Ort, an dem Gewalt stattfindet. Häusliche Gewalt ist keine Privatsache, sie findet mitten unter uns statt und kann alle Menschen betreffen, unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialer Schicht, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung. Die Ausstellung wird hauptsächlich von Braunschweiger Schulklassen ab dem Jahrgang 9 besucht. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften oder Schulsozialarbeiter:innen besuchen sie die Ausstellung in Form von pädagogisch begleiteten Führungen. Auch Fachkräfte buchen regelmäßig Führungen durch unsere Ausstellung zur Sensibilisierung und Weiterbildung. Private Personen können die Ausstellung im Rahmen von monatlich stattfindenden öffentlichen Führungen besuchen.

Was hat das mit Kinderschutz zu tun?

Häusliche Gewalt gefährdet das Kindeswohl. Denn egal, ob Kinder eine bestimmte Gewaltform selbst am eigenen Leib erlebt haben, oder nur Zeug:innen waren – sie leiden immer darunter. (Zitat Antje Wingert)

Gemeinsam mit den Schüler:innen erarbeiten wir uns die verschiedenen Facetten von Gewalt in Liebesbeziehungen und im Familienalltag, am Beispiel unserer fiktiven Familie im „Rosenweg 76“. Die Jugendlichen lernen bei jeder Führung auch die Hilfsangebote in Braunschweig kennen und nutzen den Besuch als Türöffner um im Schulkontext Gesprächsangebote in Anspruch nehmen zu können. Die Fachkräfte, die unsere Ausstellung besuchen, sind wichtige Multiplikator:innen. Das Thema Kinderschutz und Gewalt in (Teenager-) Paarbeziehungen und in Familien sollte zusammen gedacht werden um Strukturen zu schaffen in denen das Kindeswohl ganzheitlich geschützt wird.

Wie erreicht man euch?

Der Besuch der Ausstellung ist ausschließlich im Rahmen pädagogisch begleiteter Führungen nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Die reguläre Dauer einer Führung beträgt 120 Minuten. Eine Anmeldung erfolgt über das Anmeldeformular auf unserer Website. https://www.diakonie-dwb.de/rosenweg-76/ausstellungsanmeldung/

Generell erreicht man uns beide am besten per Mai an rosenweg76@dachstiftung-diakonie.de

Was ist aus der „Rosenstraße“ geworden?

Im Februar 2026 ist aus der „Rosenstraße 76“ der „Rosenweg 76“ geworden. Das inhaltliche Konzept ist aber erhalten geblieben.

Der ursprüngliche Name „Rosenstraße 76“ stammte von der ersten Wanderausstellung aus dem Jahr 2005. Immer wieder kam es zu Verwechslungen mit einem historischen Ereignis: Dem Rosenstraßen-Protest in Berlin 1943, der als größte spontane Protestaktion im NS-Regime in die Geschichte einging. Ende Februar 1943 protestierten Ehefrauen und weitere Familienmitglieder in der Rosenstraße in Berlin für die Freilassung von inhaftierten jüdischen Männern. Zum Gedenken an die Ereignisse wurden in der Berliner Rosenstraße einige Monumente errichtet. Es gibt auch einen Spielfilm und diverse Bücher. Uns war wichtig, diesen bedeutenden Teil der Geschichte zu respektieren, nicht mit unserer Arbeit und der wachsenden medialen Präsenz zu überdecken und Missverständnissen vorzubeugen. „Der „Rosenweg 76“ steht nun symbolisch dafür, Wege aus der Gewalt aufzuzeigen.

Gibt es aktuelle Veranstaltungen/Termine/Fortbildungen bei euch?Rosenweg 79

Das Angebot richtet sich an Braunschweiger Schulen und deren Klassen ab Jahrgangsstufe 9. Um eine professionelle Vor- und Nachbereitung des Ausstellungsbesuchs zu diesem sensiblen Thema zu gewährleisten, ist eine vorherige Fortbildung bei uns obligatorisch.

 

Jede unserer Führungen endet mit einer gemeinsamen Nachbesprechung. Da die Ausstellung berührt und aufrüttelt, ist es jedoch nicht auszuschließen, dass in den folgenden Tagen oder Wochen noch Fragen und Anliegen bei den Jugendlichen auftauchen. Eine Vorbereitung der Klassen und eine Fortbildung der Begleitpersonen ist deshalb notwendig.

Unsere Fortbildung umfasst 3 Stunden, in denen die Ausstellung kennengelernt werden kann und wichtige Inhalte, wie zum Beispiel die Formen von Gewalt, die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche, Trennungsbarrieren und daraus folgende Hilfsmöglichkeiten, ausführlich besprochen werden. Die nächsten Termine für unsere Fortbildung sind:

Dienstag, 12.05.26 von 14 - 17 Uhr

Donnerstag, 08.10.26 von 14 - 17 Uhr

Dienstag, 10.11.26 von 14 - 17 Uhr

Eine Anmeldung erfolgt per Mail. 

Weitere Infos gibt es auf der Website

Kinder- und Jugendschutz / Frühe Hilfen: Schwerpunkt Beratung nach §§8a, 8b SGBVIII, 4KKGBS Logo

Aufgabe der Stelle Kinder- und Jugendschutz/ Frühe Hilfen im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Braunschweig:

Neben vielfältigen präventiven Angeboten für Familien mit Kindern im Alter zwischen 0-3 Jahren und den sogenannten Willkommensbesuchen, die wir allen Eltern mit Neugeborenen anbieten, ist ein weiterer Schwerpunkt die Beratung als insoweit erfahrene Fachkraft im Verdachtsfall auf Kindeswohlgefährdung.

Was ist Ihre Aufgabe beim Verdachtsfall auf Kindeswohlgefährdung?

Der Gesetzgeber hat mit den rechtlichen Erweiterungen im SGBVIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) und dem in 2011 geschaffenen KKG (Kooperation und Information im Kinderschutz) Voraussetzungen geschaffen, das Thema Kinderschutz als Querschnittsaufgabe für alle, die beruflich mit Kindern zu tun haben zu verorten. 

Es geht um das verbindliche Vorgehen im Verdachtsfall auf Kindeswohlgefährdung, mit dem Ziel frühzeitig Risiken zu identifizieren und Hilfen einleiten oder vermitteln zu können. Fachkräfte, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung wahrnehmen, müssen bzw. sollen im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte eine Gefährdungseinschätzung vornehmen und betroffene Eltern, Kinder und Jugendliche beteiligen. Dabei haben sie Anspruch auf Unterstützung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft, die in anonymisierter Form berät. Insoweit erfahrene Fachkräfte sind langjährig erfahrene/tätige KollegInnen mit entsprechenden Fortbildungen und einer ausgewiesenen Grundqualifikation.

Wie ist das Verfahren zur Inanspruchnahme einer InsoFa und wer kann sie anfragen?

Die KollegInnen der Stelle sind täglich telefonisch oder über Mail zu erreichen, so dass Anfragen umgehend bearbeitet werden und eine Beratung in der Einrichtung der jeweiligen Ratsuchenden zeitnah durchgeführt werden kann. Alle Fachkräfte, die beruflich mit Kindern arbeiten, wie z. B. ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen, aber auch Lehrkräfte, medizinisches Personal, TherapeutInnen etc. haben einen rechtlichen Anspruch und können sich an uns wenden. 

Wie läuft eine Beratung ab? Wie sieht eine Beratung konkret aus?

Wir besprechen gemeinsam mit den Fachkräften vor Ort in anonymisierter oder pseudonymisierter Form die Situation, die Sorgen und Verdachtsmomente und nehmen eine Risikoeinschätzung nach dem Ampelprinzip vor. Danach richtet sich dann das weitere Vorgehen. Wichtig ist, dass die Fallverantwortung sowie die Zuständigkeit für den Kontakt zur Familie bei den vor Ort tätigen Fachkräften bleiben.  

Die Beratung ist kostenfrei und allein das Vorliegen eines Verdachts reicht aus, um eine Beratung in Anspruch nehmen zu können.

Ergänzung

Für weitergehende Fragen, auch zu unseren anderen Aufgabenbereichen stehen wir ebenfalls gern zur Verfügung.

 

Stadt Braunschweig
Fachbereich Kinder, Jugend und Familie
Kinder- und Jugendschutz/Frühe Hilfen
Tel.: 0531 470-8888
Mail: kinderschutz@braunschweig.de

         fruehe.hilfen@braunschweig.de

Website

 

Weitere Angebote:

Frühe Hilfen vor Ort

Termine & Flyer


Eltern - Kind - Angebote

Termine & Flyer


Willkommensbesuche